Bultmann-Konferenz 2026

Rudolf Bultmann – seine Zeit, sein Erbe

Symposium anlässlich des 50. Todestages von Rudolf Bultmann (1884–1976)

Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg, 16.–18. September 2026

Am 30. Juli 2026 jährt sich der Todestag von Rudolf Bultmann zum 50. Mal – ein Anlass, um seines Wirkens und Werkes zu gedenken. Das Spezifikum des Oldenburger Symposiums besteht in zwei Aspekten: Im Fokus stehen Rudolf Bultmanns „Zeit“ – d. h. biographische und historische Aspekte – und „sein Erbe“ als Exeget und Theologe.

Rudolf Bultmann wurde am 20. August 1884 in Wiefelstede im Großherzogtum Oldenburg – ca. 20 Kilometer von der Stadt entfernt – geboren und besuchte das Großherzogliche Gymnasium (heute „Altes Gymnasium“) in Oldenburg (1895–1903). Seine Zeit in Oldenburg – die Familie lebte dort ab 1897 – war für den jungen Bultmann zutiefst prägend und legte den Grundstein für seine Abkehr vom „orthodoxen“ Kirchentum seiner Zeit. Schon sein Vater Arthur Kennedy Bultmann, Pfarrer an der Oldenburger St.-Lamberti-Kirche, wandte sich zunehmend von seiner pietistischen, biblisch-positiven Tradition ab und der liberalen Theologie zu. Auch Rudolf Bultmanns Sicht auf das Judentum wurde bereits während seiner Oldenburger Zeit durch seinen jüdischen Freund Leonhard Frank aus Westerstede geprägt.

Anknüpfend an diesen biographischen Hintergrund, beleuchtet das Symposium zum einen Aspekte der Biographie und ordnet Rudolf Bultmann in seine Zeit ein. Der größere Schwerpunkt des Symposiums beschäftigt sich zum anderen mit Rudolf Bultmanns Erbe. Rudolf Bultmann war einer der prägendsten Theologen des 20. Jahrhunderts. Die neutestamentliche Forschung im 20. und im frühen 21. Jahrhundert entwickelte sich in Anknüpfung an und Widerspruch gegen Bultmanns Thesen. Neben seiner Hermeneutik der Entmythologisierung und der existentialen Interpretation beeinflussten Bultmanns zahlreiche Einzelthesen zu vielen Themen der neutestamentlichen Exegese ganze Generationen von Neutestamentlerinnen und Neutestamentlern. Vorträge des Oldenburger Symposiums verorten den Exegeten Rudolf Bultmann in seiner Zeit und erörtern sein Erbe: Was ist der forschungsgeschichtliche Kontext der von Bultmann vertretenen Positionen? Welche Vorgänger gab es, zu welchen ähnlichen oder gegnerischen Positionen anderer steht die jeweilige These Bultmanns in Beziehung? Welche Impulse hat Bultmann der neutestamentlichen Exegese und Theologie in den folgenden Generationen gegeben? Welche seiner Fragestellungen und Lösungsversuche haben die zeitgenössischen und nachfolgenden Forscher in „Anknüpfung und Widerspruch“ geprägt? Welche der von Bultmann vorgeschlagenen Lösungen und welche Fragestellungen sind für die Gegenwart neutestamentlicher Forschung relevant? Was verdient es, neu bedacht und wieder beachtet zu werden?

Die Fachvorträge beleuchten unter diesen Perspektiven Themen der exegetischen Arbeit Bultmanns, zu denen besonders die Formgeschichte, die Religionsgeschichte, der historische Jesus, das Kerygma des frühesten Christentums, Paulus und die johanneische Literatur gehören. Auch das Weiterwirken und die Transformation seiner existentialen Hermeneutik und seines Programms der Entmythologisierung in späteren theologischen und philosophischen Debatten werden thematisiert. Ergänzt wird dies durch biographische und zeitgeschichtliche Perspektiven, die das Werk Rudolf Bultmanns historisch kontextualisieren. 

Neben den Fachvorträgen widmet sich auch ein öffentlicher Abendvortrag am 17. September 2026 dieser Thematik. Er findet an einem historisch bedeutsamen Ort statt: im heutigen Alten Gymnasium in Oldenburg, das Rudolf Bultmann als Schüler besuchte. Auch weitere Orte werden in Oldenburg in das Programm einbezogen, die für Bultmanns Jugendzeit prägend waren. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums erhalten Gelegenheit, an einer Führung zu diesen „Bultmann-Stätten“ teilzunehmen – Orten, die exemplarisch für die Biographie und die intellektuelle wie religiöse Prägung des jungen Rudolf Bultmann stehen.

Bei Fragen zum Symposium wenden Sie sich bitte an Professor Dr. Torsten Jantsch unter . Anmeldungen werden bis zum 31. August 2026 bei Frau Hinz,  erbeten.

(Stand: 22.04.2026)  Kurz-URL:Shortlink: https://uol.de/p118590
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